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25 Jahre Triumph und Todesangst / Neue OZ Print E-mail
Written by Anne   
Freitag, 30 Dezember 2005
Von Tobias Böckermann
Osnabrück
Seit einem Vierteljahrhundert gibt es jetzt Depeche Mode – das erste Konzert am 29. Mai 1980 begründete eine äußerst erfolgreiche Ära der Popmusik. Doch eigentlich beginnt alles schon ein Jahr früher: 1979 gehen Vince Clarke (heute 44), Andy Fletcher (45, Lehrling zum Versicherungskaufmann) und Martin Gore (44, Banklehrling) in dieselbe Schule. Nach Gastspielen in anderen Bands gründen sie gemeinsam die Kapelle „Composition of Sound“.

 

Depeche Mode
Bestens gelauntgaben sich Martin Gore, Dave Gahan und Andy Fletcher (von links) bei der Ankündigung ihrer Tournee im Juli in Düsseldorf.
Foto: Tobias Böckermann
Vince Clarke betätigt sich als Sänger, aber schon 1980 wird Dave Gahan für diese Rolle in die Band geholt. Als Schüler einer Kunsthochschule ist dem heute 43-Jährigen „Composition of Sound“ zu langweilig – er schlägt vor, die Band nach dem französischen Modemagazin „Mode Dépêche“ zu benennen. Mit dem neuen Namen folgt ein neuer Stil: Synthesizer sind gerade in Mode und kommen bei ersten Auftritten im englischen Heimatstädtchen Basildon gut an. Den Durchbruch bringt ein Auftritt im Vorprogramm von „Fad Gadget“, dessen Produzent Daniel Miller bei dem Konzert dabei ist. Er nimmt Depeche Mode sofort unter Vertrag.

1981 erscheint mit „Speak & Spell“ das erste Album, danach steigt der bisherige Songschreiber Vince Clarke aus und gründet zunächst „Yazoo“ und später „Erasure“. Ersatz findet die Band per Zeitungsannonce: Alan Wilder (heute 46) sorgt ab sofort für die Soundtüfteleien, Martin Gore übernimmt das Komponieren und Texten.

Es folgen die Alben „A broken frame“ und „Construction time again“, die immer düsterer werden und sich unter anderem mit ernsten Themen wie dem Umweltschutz beschäftigen. Nach „Some great Reward“ erscheint 1985 „Black celebration“: Depeche Mode sind jetzt Superstars und liefern Platz-1-Hits. Der Durchbruch in den USA gelingt 1987 mit „Music for the Masses“: Am 18. Juni 1988 geben Depeche Mode vor 75000 Zuschauern im „RoseBowl“-Stadion in Pasadena ihr 101. Konzert und landen mit ihrem Film „101“ einen Kinoerfolg. Kurze Zeit zuvor war ein Traum der Band in Erfüllung gegangen: Sie spielte in Ost-Berlin. Trotz restriktiver Auflagen der Stasi (nur 5000 Westmark Gage, keine Werbung) wird der Auftritt zum Triumph, besonders für Martin Gore, der lange in Westberlin gelebt hatte. Allein in den 80er Jahren hatten Depeche Mode in Deutschland elf Singles in den Top 10 – niemand hatte mehr.

1990 erscheint das bisher wohl beste Album „Violator“, 1993 schließt sich an „Songs of Faith and Devotion“ eine Welttournee an, die 14 Monate dauert und 174 Konzerte umfasst. Danach ist die Band physisch wie psychisch am Ende: Alan Wilder verlässt 1995 Depeche Mode, wenige Wochen danach schneidet sich Dave Gahan in den USA die Pulsadern auf und überlebt. Ein Jahr später ist der Sänger nach einer absichtlichen Überdosis Heroin zwei Minuten lang klinisch tot: ein Wendepunkt für ihn und die Band.

Gahan macht eine Entziehungskur, nimmt Gesangsunterricht, und das Album „Ultra“ erreicht 1997 in halb Europa Platz eins der Charts. Erst 2001 folgen mit „Exciter“ die zehnte Studioplatte und eine umjubelte Welt-Tour. Weil danach neben Soloprojekten von Gahan und Gore nur noch von Streitereien innerhalb der Band berichtet wird, fürchten die Fans immer wieder um den Fortbestand von Depeche Mode. Aber die drei bleiben zusammen, und am 14. Oktober erscheint das elfte Album.

27.09.2005

 
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